Weihnachtsnewsletter

mit Geschenken vom heiligen IGNUcius

Liebe Netzwerkerin,
lieber Netzwerker,

mittlerweile ist nun die lang erwartete WordPress Version 5 veröffentlicht worden und manch einer scheut sich vielleicht sogar, sie zu installieren. Obwohl diesmal kaum Störungen bei der Aktualisierung zu erwarten sind, ist die Veränderung doch enorm. Eigentlich wird mehr oder weniger der traditionelle TinyMCE Editor durch den Gutenberg Editor ersetzt. Wer das Update einspielt, muss aber nicht zwangsläufig sein blaues Wunder erleben. Der Editor lässt sich nämlich auch deaktivieren (wie z.B. mit Disable Gutenberg, No Gutenberg – Disable Gutenberg Block Editor). Andererseits gibt es bereits Plugins, die den neuen Editor erweitern (wie z.B. Advanced Gutenberg u.v.m.).

Bei einer Aktualisierung ist nicht zu erwarten, dass es zu größeren Komplikationen kommen wird, da die Testphase lange genug gewesen ist und die Theme- und Pluginhersteller sich schon lange auf diese Aktualisierung vorbereitet haben. Allerdings sind auch auch einige Plugins nachträglich immer wieder aktualisiert worden (z.B. NextGen), da sie scheinbar doch nicht 100% kompatibel zur aktuellen Version gewesen sind.

Welche Auswirkungen hat das Upgrade aber für dich?

Du wirst zunächst einen neuen Editor zum Erstellen von Seiten und Beiträgen vorfinden: Gutenberg. Ich würde dir sehr empfehlen, diesem Editor eine Chance zu geben und ihn einfach mal ausprobieren. Er hat viele Vorteile, aber erfordert auch etwas Einarbeitungszeit. Ich habe uch bereits eine Erweiterung installiert, mit dem du diesen neuen Editor etwas aufpeppen kannst. Das Plugin nennt sich Advanced Gutenberg und ich werde in den nächsten Wochen selbst einige solcher Ergänzungen durchtesten. Es würde mich freuen, wenn Du mit uns Deine Erfahrungen teilst.

Da ich bereits mit der aktuellen WordPress Version unterrichtet habe, kann ich schon jetzt sagen, dass er aus didaktischer Sicht einige Vorteile bietet. Obwohl die Arbeit mit den sog. Blöcken etwas gewöhnungbedüftig ist, ist festzustellen, dass der Funktionsumfang enorm gestiegen ist und etliche Dinge auch tatsächlich vereinfacht wurden. Z.B. kannst Du jetzt Spalten ohne Plugin oder zusätzliches CSS einfügen. Eine weitere tolle Eigenschaft ist es, den einzelnen Blöcken eigene CSS-Klassen zuzuweisen und diese somit über den Customizer (-zusätzliches CSS) steuern zu können. Ferner können für häufiger verwendete Inhalte sog. wiederkehrende Content Blöcke erstellt werden.

Ansonsten lässt sich zusammenfassend sagen, dass es auf jeden Fall viel mehr zum Klicken gibt. Das ist durch den erweiterten Funktionsumfang vermutlich auch unausweichlich gewesen, aber stört auch mächtig im Schreibfluss.

Themes & Plugins

Mit der Aktualisierung der WordPress Version habe ich mir auch noch einmal die Mühe gemacht und weitestgehnd alle Themes, Child-Themes & Plugins auf der Materialseite auf den neuesten Stand gebracht.

Bei allen Child-Themes habe ich auch noch Veränderungen bzgl. des Datenschutzes gemacht, die von Mike Kuketz in den letzten Wochen auf seinem IT-Security-Blog empfohlen wurden.

Ferner habe ich mit dem Gutenberg Editor versucht, die Materialseite von wp.onic.eu/material auf die Netzwerkseite von onic.eu unter Themes & Plugins zu kopieren. Dies ist mir leider noch nicht so gut gelungen und vielleicht hast du Lust und Ideen, wie man diese Seite schöner gestalten könnte.

Im November habe ich die Themes von WP-Royal mit einer Lifetime Lizenz gekauft, die sich innerhalb des onic.eu-Netzwerks bereits allgemeiner Beliebtheit erfreuen. Vielen Dank an Karen, die sich an den Kosten für diese Themes beteiligt hat. Auch das Plugin ACF PRO, um benutzerdefinierte Felder zu erstellen, habe ich Anfang Dezember in einer Lifetime Version erworben.

Bei Imagely ist das Chic-Theme neu und steht Dir und dem Netzwerk im Downloadverzeichnis von Imagely zur Verfügung.

Alle alten und neuen Themes & Plugins wirst du zukünftig auf der folgenden Seite finden:

QuiteRSS Jahresdatenbank 2018

Informationsrecherche mit Atom- und RSS-Readern
Informationsrecherche mit Atom- und RSS-Readern

Auch in diesem Jahr habe ich Informationen aus unterschiedlichen Bereichen in der QuiteRSS-Datenbank gesammelt und ich stelle sowohl die Liste der Blog-Feed-Adressen in Form einer importierbaren Datei (.opml) als auch die Jahresdatenbank 2018 mit über 200.000 Artikeln zur Verfügung.

Viel Spaß mit den Informationen 😉

Einstieg in die Freie-Software-Welt und Umstieg auf GNU/Linux

Richard Stallman als der Heilige IGNUcius

Wenn wir verstanden haben, wie wir Freie Software nutzen und durch die hier zur Verfügung gestellten Tools sehen können, dass sie tatsächlich zum gemeinsamen Nutzen gemacht wurden und werden, sollten wir vielleicht auch einmal jenem Mann, der uns diese Möglichkeit beschert hat, ein wenig Aufmerksamkeit schenken. Ich nannte ihn in den letzten Kursen vor dem Fest den „Weihnachtsmann“. Eigentlich wird er aber von vielen als Heiliger IGNUcius bezeichnet, der in den letzten Jahren mit seinem Heiligenschein (eine alte Festplatte) und einer Kutte durch die europäischen Lande gepilgert ist, um uns vor den Kopierschutzrechten der USA zu bewahren (wie u.a. Digitale Rechteminderung DRM). Das sich Richard Stallman dies alles nicht zum Spaß ausgedacht hat und der Kampf um unsere Freiheit kein Hobbitsapaziergang ist, sollte jedem ohne weiteres klar sein und ich kann hier nochmals Richard Stallmans Biografie empfehlen. Zur deutschen Version habe ich ja auch etwas beigesteuert und vielleicht hast Du über die Feiertage Lust und Zeit ein bisschen zu lesen.

Richard Stallman - Frei wie in Freiheit
Richard Stallman – Frei wie in Freiheit

Freie Software Offensive

Dass Freie Software nicht von alleine Verbreitung findet, habe ich in den letzten Jahren schmerzlich feststellen müssen. Dass Freie Software scheinbar weniger genutzt wird, hat meist nichts mit einer sachlichen Auseinandersetzung und Prüfung von Tatsachen zu tun, sondern vielmehr mit der Macht der Werbeindustrie und Konzerne, die uns immer wieder weiß machen, dass Freie Software nicht so gut funktionieren würde. Mittlerweile wird diese Aussage schon etwas differenzierter formuliert und so heißt es nun, dass Freie Software im Internet und auf unseren mobilen Geräten sehr wohl den 1. Platz einnimmt, aber auf unserem PC und bei vielen Anwendungen nicht gerade praktikabel ist.

Dass sich diese Meinung und dieses Halbwissen immer noch hält und auch Verbreitung findet, liegt aber nicht nur an der Werbeindustrie und den Konzernen, sondern z.B. auch an den Universitäten und Schulen, die sich kritiklos mit Softwarelizenzen mit Sonderkonditionen die Professoren, Studenten, Lehrer und Schüler gefügig und verdummen lassen (s. z.B. Züricher Hochschule und ADOBE). Leider hat dies mit dem Postulat akademischer Freiheit mittlerweile wenig oder gar nichts mehr zu tun und ich bin immer wieder erschrocken, dass das Thema Freie Software in den Hochschulen keine Rolle zu spielen scheint.

Dennoch ist Freie Software weiterhin auf dem Vormarsch und ich werde, wie viele andere auch, zukünftig für dieses nachhaltige Konzept werben. Ein guter Vortrag zum Thema Freie Software von Matthias Kirschner und ein Film zum Thema GNU/Linux aus dem Jahre 2001 findest Du nachfolgend.

Im nächsten Jahr werde ich auch einige Werkstätten zum Wechsel von Windows zu GNU/Linux anbieten und vielleicht bist Du mit dabei und befreist auch Dein Gerät von proprietärer Software. Informationen zu Befreiungsveranstaltungen findest Du auf der nachfolgenden Seite:

Anregung und Ideen von Gabriele

Gabriele schrieb mir zum letzten und diesem Newsletter noch eine Nachricht, die ich hier jetzt einfach mal als Kommentar hinterlassen möchte. Im Weihnachtstrubel hat es diesmal leider nicht mit der gemeinsamen Erstellung geklappt. Hier also Gabrieles Anregungen:

Über die letzte Benachrichtigung von Christian (Newsletter vom 25.11.18) habe ich mir den Blog von Mike Kuketz angesehen. Guckt Euch dort mal um. Die Empfehlungen sind sehr interessant.

U.a. hat es mich auch wieder dazu angeregt mich mit Linux zu beschäftigen.

Nachdem die vergangenen Monate dem Shop-Aufbau und mit dem Lernen Drumherum verbunden waren, gibt es nun hoffentlich bald wieder etwas Luft, um das nächste, technische Projekt anzugehen. Mich verunsichern so große Umstellungen immer. Was tun, wenn es nicht funktioniert oder ich mit dem Aufbau nicht klar komme? Und für welches Linux soll ich mich denn entscheiden? Die Abhängigkeit von einer funktionierenden Technik ist nicht zu unterschätzen, vor allem, wenn dort auch noch das Geld verdienen dran hängt. Irgendwo habe ich gelesen, dass ich Linux auch parallel zu Windows (ich arbeite mit Windows 7) installieren kann. Vielleicht ist das meine Lösung, um mich eingewöhnen zu können.

Quelle: Gabriele

Ich starte hier auch gleich mal die Antwort und würde mich freuen, wenn wir weitere Fragen hier über die Kommentarfunktion klären könnten.

Die Umstellung auf Freie Software, wenn sie nicht eh schon fester Bestandteil ist (wie z.B. Thunderbird, Mozilla Firefox oder eben auch WordPress), verunsichert immer. Die Beachtung möglicher nachteiliger Folgen bei der Umstellung auf ein anderes Betriebssystem bei einem Desktop-PC ist hierbei natürlich von zentraler Bedeutung. Die erste Frage, die man sich immer stellen sollte ist: Was brauche ich eigentlich?

  • Internetzugang und einen ordentlichen Browser
    • Dies funktioniert mit einem GNU/Linux-System enorm gut. Browser wie Mozilla Firefox sind bereits vorinstalliert.
    • Etwas Entspannung gibt es auch bei der Angst vor Viren und Trojanern etc., weil es für Linux kaum oder keine Schadsoftware gibt.
  • Ein funktionierendes Office-Paket, das auch mit meinen Microsoft-Dokumenten umgehen kann.
    • Dies sollte mit Open-/Libre-Office fast ohne großen Aufwand möglich sein. Wer hier nicht mit Makros oder vielen verschiedenen Dokumentvorlagen arbeitet, hat eigentlich nicht viel Arbeit, um seine Textverarbeitung mit einem freien Programm zu bewerkstelligen
    • Für Excel gibt es Calc, das komplexe Berechnungen erledigt und auch die enorm effektiven Pivot-Tabellen beherrscht.
    • Andererseits verlagern viele selbst ihre Dokumentverwaltung in die Cloud (icloud, Google-Docs oder Microsoft Office 365). Hier haben wir im Netzwerk uns mit OnlyOffice die Möglichkeit geschaffen, unsere Dokumente verschlüsselt und kollaborativ zu bearbeiten und zentral zu verwalten.
  • Mein Drucker sollte auch mit dem neuen Linux-System funktionieren
    • Dies war lange zeit ein kleines Problem, aber mittlerweile gibt es für die meisten Drucker auch einen Treiber und die Druckerfirmen stellen teilweise auch für GNU/Linux treiber bereit. Wer kein Glück hat, kann sich bei TurboPrint eine Lizenz kaufen und dann funktioniert so gut wie jeder Drucker mit einer sehr guten einheitlichen und intuitiven Oberfläche.
  • Meine E-Mails möchte ich weiterhin auch auf meinem Rechner abrufen können
    • Dies ist mit GNU/Linux überhaupt kein Problem und wer bereits Thunderbird als Standard-Mailclient verwendet, wird keine Umstellungen befürchten müssen. Bei den meisten Linux-Distributionen ist Thunderbird als Mailclient vorinstalliert und wird als Mailprogramm empfohlen. Wer es etwas komfortabler möchte, verwendet Evolution Mail und nutzt auch gleich die Kalenderfunktion und das Adressbuch (ggf. mit einer Synchronisation von Kalendern und Adressbüchern in der Nextcloud).
    • Ansonsten lassen sich die eigenen Mailkonten auch innerhalb des Netzwerks mit Rainloop oder Roundcube über eine Weboberfläche von jedem Ort abrufen und verwalten.
  • Ich brauche noch weitere Programme, wie z.B. für die Bildbearbeitung und ein FTP-Programm
    • Wer einmal Linux installiert hat (15 Minuten dauert das ungefähr + 30 Minuten Softwareaktualisierung) weiß, dass es bei den meisten Distributionen vorinstallierte Standard-Softwarepakete gibt. Dazu gehören meist:
      • LibreOffice (mit PDF-Erstellungsprogramm
      • Mozilla Firefox & Thunderbird
      • GIMP (Bildbearbeitung)
      • Scan-Software
    • Weitere Software kann dann einfach über eine zentrale Softwareverwaltung (ähnlich wie bei WordPress) nachinstalliert werden. Hierzu gehören dann tausende Programme, wie z.B.:
      • Inkscape (Vektorgrafiken erstellen)
      • Freeplane (MindMap erstellen)
      • QuiteRSS (Blogabonnements verwalten)
      • FileZilla (FTP-Programm, Daten auf einem Server zu verwalten)
      • Chrome-Browser
    • Es ist sogar möglich, proprietäre Software zu installieren. Hier ist u.a. zu nennen:
      • xn-view (für die Stapelverwarbeitung von Bildern
      • Opera oder den Safari-Browser
  • Für welches GNU/Linuxsystem sollte man sich entscheiden?
    • Linux gibt es in verschiedensten Varianten. Dies liegt daran, dass man Linux an seine Bedürfnisse anpassen kann (ein wichtiges Postulat der freien Software). Hier sind der Experimentierfreude der Programmierer keine Grenzen gesetzt. Das hilft bei der Entscheidung für das richtige System nicht weiter. Helfen tut das Wissen, welche Systeme häufig genutzt werden und wie man möglichst einfach an Hilfe kommt. ein Blick auf die Plattform Distrowatch hilft bei der Beantwortung der ersten Frage. Die zweite Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da man dazu wissen muss, dass es auch unterschiedliche Installatinspakete, auf die ein System aufbaut. Lange Zeit war das System Ubuntu sehr beliebt und es verwendete als Unterbau ein Debiansystem. Für Ubuntu wurde seinerzeit ein bisher für alle Debiansysteme immer noch sehr gutes Forum eingerichtet, das für alle Debian- und Ubuntu-Distributionen die erste Anlaufstelle für Fragen ist:
https://ubuntuusers.de/

Möchten man sich für ein System entscheiden, sollte man immer schauen, ob es für das System eine aktive Community gibt, die bei Problemen weiterhilft. Im Augenblick nutze ich das aktuelle Linux Mint 19.1 und wer sich z.B. bei Wikipedia über den Stammbaum informiert, woher das System kommt, erfährt, dass auch ich im Notfall auf die ubuntuuser-Plattform zurückgreifen kann:

GNU/Linux
↳ Debian
↳ Ubuntu
↳ Linux Mint

Ein weiterer Aspekt bei der Entscheidung könnte die Ähnlichkeit zum eigenen System (Windows 7) sein. Da Linux sehr anpassungsfähig ist, wird man selbst für Mac-Nutzer eine passende Oberfläche finden. Zu beachten ist, dass das mac OS ein unixbasiertes und ehemals freies Betriebssystem gewesen ist. Wer sich einmal mit der BSD-Lizenz beschäftigt, wird auch erfahren, wie es dazu kommen kann, dass (freie) Software plötzlich nicht mehr frei ist.

Das soll es für dieses Mal gewesen sein…

Ende Gelände

Ich wünsche Dir ein wundervolles Weihnachtsfest und einen erfreulichen Rutsch in das Neue Jahr.

Herzliche Grüße sendet Dir,

Christian

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