Wer heute nach Informationen sucht, wird vermutlich reflexartig zu einer Suchmaschine greifen, und wer sich ein objektives Bild über die Informationslandschaft verschaffen möchte, wird verschiedene Suchmaschinen verwenden. Dennoch hat dieses Vorgehen auch seine Tücken. Suchmaschinen sind dafür gemacht, die relevantesten Ergebnisse zu einer Suchanfrage zu erstellen. Hierbei kommen enorm viele Faktoren zur Geltung, und viele Seitenbetreiber haben das Ziel, in den Suchergebnissen an der Spitze zu sein, da sie wissen, dass die Suchenden nur die prominenten Ergebnisse anschauen (Video: Was ist RSS-Feed – Das Video zeigt sehr gut die Vorteile von RSS, ist aber leider nicht mehr aktuell. Es wird keine Internetseite und auch kein Google-Konto benötigt. Der erwähnte Google-Reader wurde sogar von Google abgeschafft.) .

Wer verschiedene Suchmaschinen verwendet weiß, wie unterschiedlich die Relevanzkriterien der Anbieter sind und dass die Fülle der Inhalte schon lange nicht mehr durch die Sichtung der ersten Suchergebnisseiten hinreichend gegeben ist. Zumal durch die zunehmende Monetarisierung des Internets auch eine zunehmende Optimierung der Internetseiten vonstatten gegangen ist.

Wir sind schon lange dazu aufgefordert, neue Wege der Informationsrecherche zu erschließen. Einer dieser Wege ergibt sich aus der Möglichkeit, sich Internetseiten nicht nur in Form von Lesezeichen zu merken, sondern die Seiten/Blogs zu abonnieren. Bereits Ende der 90er Jahre wurde damit begonnen, mit RSS  einen Standard für das Abonnieren von Nachrichtendiensten zu entwickeln. Heute wird dieser Standard von nahezu allen Weblogs und Nachrichtendiensten unterstützt.

Nachdem der RSS-Feed abonniert wurde, kann der Abonnent die Nachrichten im Feedreader einlesen. Der Abonnent des RSS-Feeds kann sich dann den (in vielen Feeds enthaltenen) Inhalt direkt anzeigen lassen oder den angebotenen Links folgen und die vollständige Meldung der verlinkten Seite lesen. Die Adresse eines RSS-Feeds sieht der einer „normalen“ Webseite sehr ähnlich.Zum Lesen eines RSS-Feeds dienen herkömmliche Webbrowser oder spezielle Programme, die auf die Ähnlichkeit zum Nachrichtenticker angepasst sind. Letztere nennt man (synonym) RSS-Aggregatoren, RSS-Reader oder Feedreader. Auch einige aktuelle E-Mail-Programme bieten bereits RSS-Lesefunktionen, ältere können durch Plugins erweitert werden. Daneben gibt es auch Anwendungen wie Bildschirmschoner.Im Unterschied zur Benachrichtigung per E-Mail geht die Initiative bei RSS vom Empfänger aus, der den Feed abonniert hat. Das bedeutet, dass der Anbieter die Leser nicht auswählen kann, sich im Gegenzug aber auch nicht um eine Verwaltung des Leserstammes (zum Beispiel mit einer Mailinglisten-Software) kümmern muss. Der Leser muss nicht offenlegen, dass er die Quelle beobachtet, und kann Quellen wesentlich leichter abonnieren bzw. das Abonnement widerrufen, indem er einfach die Einstellung in seinem RSS-Aggregator vornimmt.RSS vereinfacht insbesondere die Beobachtung einer großen Menge von Quellen wie z. B. Blogs, in denen es eher selten zu Änderungen kommt, deren Aktualisierung der Leser aber ggf. nicht verpassen möchte.Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/RSS#Arbeitsweise.2C_Funktion_des_Abonnements

Die Nutzung solcher Abonnements ist in der Regel kostenlos und kann leicht wieder gekündigt (gelöscht) werden. Heute finden sich auf Internetseiten Hinweise und Symbole, die auf ein RSS-Abonnement hinweisen.

RSS-Feed Symbol
RSS-Feed

Klickst du auf das Symbol oder den Link zum RSS-Feed wirst du zu einer Seite vermittelt, die die aktuellen Artikel der Seite sammelt und zum Abonnieren bereitstellt. Ein weiterer Vorteil von Abonnements ist die Möglichkeit, thematisch zu abonnieren. So ist es möglich, den Nachrichten bestimmter Schlagworte, Kategorien, AutorInnen und Suchbegriffen zu folgen. Nachfolgend siehst du z.B. den Nachrichtenkanal Länderberichte von AMNESTY International Deutschland.

RSS Amnesty Internationa Deutschland ~ Länderberichte
RSS Amnesty Internationa Deutschland ~ Länderberichte

Nicht immer sind die Abonnements leicht zu finden. Die RSS-Feeds von Amnesty International sind z.B. nur in einer RSS Feed Übersicht sichtbar zusammengestellt. Klickst du auf Jetzt abonnieren, öffnet sich ein Fenster und du kannst das dynamische Lesezeichen in die Symbolleiste oder in die Lesezeichen speichern. Eine gute Erklärung zur Nutzung von RSS-Feeds findest du u. a. bei SPIEGEL-Online-> oder Wikipedia->.

RSS-Feed in der Symbolleiste abonnieren

Mittlerweile wurden die Lesezeichen-Symbolleiste und die Menüleiste vielfach von den Browsern verbannt und müssen nachträglich aktiviert werden. Wer noch mit einem Desktop-Computer und einem „großen“ Bildschirm arbeitet hat in der Regel genügend Platz und kann sich diese praktischen Leisten anzeigen lassen. Klicke einfach mit der rechten Maustaste in den Bereich unterhalb der Adresszeile und aktivieren die Lesezeichen-Symbolleiste:

Firefox ~ Lesezeichen-Symbolleiste aktivieren
Firefox ~ Lesezeichen-Symbolleiste aktivieren

Auch bei anderen Browsern (Chrome, Opera & Safari) funktioniert die Aktivierung ähnlich. Wer sich nun noch die Zeit sparen möchte, auf den Internetseiten nach einer Abomöglichkeit zu suchen, kann sich nun auch noch das RSS-Symbol in die Symbolleiste schieben. Bei vielen Browsern finden sich die Anpassungsfunktionen nicht mehr nur in der versteckten Menüleiste, sondern auf der rechten Seite der Adresszeile.

Firefox anpassen
Firefox anpassen

Nun kannst du die Symbolleiste anpassen und das RSS-Symbol verschieben, siehe Bild 1 & 2.

Firefox anpassen
Firefox anpassen
Firefox anpassen - Atom-Feed hinzufügen
Firefox anpassen – Atom-Feed hinzufügen

Nun kannst du Internetseiten besuchen, und sollte dort ein Abonnement oder eine Feedseite vorhanden sein, ist dieses Symbol aktiv und du kannst die Seite abonnieren.

Rss bei Seashepherd.org
Rss bei seashepherd.org

Nach dem Abonnieren kannst du die letzten Beiträge der Seite oder des Blogs einsehen, indem du auf das Abonnement klickst.

Firefox - RSS-, Atom-Feed von seashepherd.org
Firefox – RSS-, Atom-Feed von seashepherd.org

Die SeitenbetreiberInnen legen selbst fest, wie viele Beiträge in einem Feed dargestellt werden. Die Artikel und Beiträge sind chronologisch sortiert und ältere Beiträge tauchen evtl. nicht mehr auf.

RSS-Feed in der Symbolleiste verwalten

Wenn du aktuelle Informationen von unterschiedlichen Websites in Form von Lesezeichen und RSS-Abonnements sammelst, kann es hilfreich sein, die Seiten und Abonnements in Ordner zu sortieren.

Firefox- Feed sortieren & ordnen taz.de
Firefox- RSS-Feeds sortieren & ordnen (taz.de)

Einen Ordner kannst du leicht anlegen, indem du mit der rechten Maustaste die Lesezeichen-Symbolleiste anklickst und Neuer Ordner auswählst. Es sind auch Strukturen mit Unterordnern möglich, die eine differenzierte Sortierung ermöglichen.

Firefox Lesezeichen-Symbolleiste - Ordner erstellen
Firefox Lesezeichen-Symbolleiste – Ordner erstellen

Nun können die Abonnements zukünftig in die angelegten Ordnerstrukturen abgelegt werden. Um bereits vorhandene Lesezeichen und RSS-Feeds in die angelegten Ordner hinein zu sortieren, muss der Menüpunkt LESEZEICHEN- Lesezeichen verwalten aufgerufen werden.

Firefox - Lesezeichen verwalten
Firefox – Lesezeichen verwalten

Hier können die Lesezeichen und RSS-Feeds sortiert und strukturiert werden.

Firefox -Symbolleiste sortieren, strukturieren & ordnen
Firefox -Symbolleiste sortieren, strukturieren & ordnen

Hier können die Feeds in die Ordner verschoben, umbenannt und sortiert werden.

RSS-Reader nutzen

Der offensichtliche Nachteil dieser Abonnements liegt aber in der begrenzten Verfügbarkeit der Artikel, denn nur die aktuellen Beiträge werden in dem Newsfeed angezeigt. Nun könnte argumentiert werden, dass ältere Beiträge über die Suchmaschinen auffindbar sind. Zudem bietet die Symbolleiste eines Browsers nur eine begrenzte Übersichtlichkeit und keine Suchfunktion. Sicherlich werden wir die Beiträge über entsprechende Suchanfragen finden, allerdings ist das Internet derartig überfüllt mit Meldungen, dass es schwierig sein wird, die für uns relevanten Beiträgen herauszufiltern. Außerdem werden aktuelle Meldungen nur unzureichend an prominenter Stelle präsentiert.

Ein kleiner Test zum Thema Massentierhaltung zeigt, wie unterschiedlich und wie eingeschränkt Suchmaschinen aktuelle Meldungen anzeigen. Normalerweise sind Internetseiten auch dafür optimiert, in den Suchergebnissen an prominenter Stelle angezeigt zu werden, und es gibt einen regelrechten Konkurrenzkampf. Das heißt aber nicht, dass diese optimierten Seiten wirklich relevante und aktuelle Informationen anzeigen.

Ergebnisse bei einer Suchmaschinenanfrage mit dem Suchbegriff Massentierhaltung

Qwandt, DuckDuckGo, Metager, Yacy, Startpage, Ecosia, Yahoo, Bing

Ergebnisse einer Suchanfrage mit dem Newsreader Quite RSS

Quite-RSS - Petitionsausschuss Massentierhaltung
Quite-RSS – Petitionsausschuss des Bundestages zum Thema: Die Qualen der Tiere in der Massentierhaltung

Selbstverständlich können nur  Artikel jener Seiten angezeigt werden, die bereits abonniert wurden. Dennoch zeigt das Ergebnis, dass die Anzeige nicht durch einen Algorithmus gesteuert wurde und es sich auch nicht um ein manipuliertes oder individualisiertes Ergebnis handelt.

Die Nutzung eines Newsreaders ist eigentlich sehr einfach und kann als sehr gute Ergänzung zur Recherche mit Suchmaschinen verwendet werden. Etwas aufwendig ist eher das Auffinden von guten und weniger bekannten Blogs. Für Windows, Mac und Linux steht uns mehr oder weniger nur das Programm QuiteRss zur Verfügung. Ansonsten gibt es sehr viele Newsreader für die entsprechenden Betriebssysteme.

Wer Gnu/Linux verwendet, kann das Programm in der Regel aus den Softwarequellen installieren. Für alle anderen Plattformen findet sich hier die Downloadseite:

http://quiterss.org/en/download

Wer Lust hat, und meine bestehende Datenbank und meine Feedsammlung zu nutzen, kann sich diese herunterladen:

Die Datenbank für 2017 findest du unter:

https://open.onic.eu/_public/quiterss/feeds.db.zip

Diese Datenbank müsst ihr nur entpacken und dann in das QuiteRss-Programmverzeichnis legen. Linuxnutzer legen die Datenbank in folgendes lokale Verzeichnis:

Persönlicher Ordner (hier müssen die verborgenden Dateien sichtbar gemacht werden -> ANSICHT – verborgenen Dateien Anzeigen) -> .local -> share -> data -> QuiteRss -> QuiteRss

Wenn ihr die Datenbankdatei feeds.db in dieses Verzeichnis legt, übernimmt QuiteRss alle bisher abonnierten Seiten und alle bereits gespeicherten Artikel (derzeit mehr als 280.000 Artikel). Stand 12/2017.

Die Liste der abonnierten Feeds, um sie in deine quiterss-Datenbank aufnehmen zu können, findest du hier:

https://onic.eu/_public/quiterss/quiterss.opml

 

Solltest du weitere interessante Blogseiten finden, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du den Link zu diesem Blog hier veröffentlichen könntest, damit ich die Datenbank noch erweitern kann.

Weitere Informationen und Nutzungsanleitungen

  1. https://quiterss.org/ – Internetseite von QuiteRSS
  2.  http://www.giga.de/downloads/quiterss/ – Anleitung und Information zu QuiteRSS
  3.  http://wiki.ubuntuusers.de/Feedreader – Allgemeine Informationen zu unterschiedlichen Feedreadern für GNU/Linux

 

 

 

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