Susanna Kraus & Bazon Brock – Deceleration of Time

The actress and artist Susanna Kraus managed to bring the world’s largest walk-in camera back to life. The imago 1:1 was developed by her father, a high-speed photography researcher at Daimler-Benz in the 1970s. Because of the way it is built, the device is also a mirror, literally forcing one to examine their own persona. See more on theavantgardediaires.com

Editorial Lead by Romy Uebel / Production, filming and photos by Anna Pilz & Annikki Heinemann / Music by C. Love

s.a. Denkerei

Richard Stallman ~ Why Copyright is bad for us?

Richard Stallman ~ bad copyright

Copyright developed in the age of the printing press, and was designed to fit with the system of centralized copying imposed by the printing press. But the copyright system does not fit well with computer networks, and only draconian punishments can enforce it.

The global corporations that profit from copyright are lobbying for draconian punishments, and to increase their copyright powers, while suppressing public access to technology. But if we seriously hope to serve the only legitimate purpose of copyright–to promote progress, for the benefit of the public–then we must make changes in the other direction.

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Abschied von Hans-Jörg Große

Liebe Freunde, Leser*innen und Hörer*innen,

am 12. März dieses Jahres werden wir von Hans-Jörg Große Abschied nehmen. Wir möchten alle herzlich einladen, diesen letzten Weg mit uns gemeinsam zu gehen.

Die Abschiedsfeier und Urnenbeisetzung wird um 13.30 Uhr auf dem Alten Sankt Matthäus-Kirchhof in der Großgörschenstraße 12–14 in Berlin Schöneberg stattfinden.

Die meisten Träume sterben einen leisen Tod. Viel später erst bemerkt man den Verlust und trauert.

Träume von Hans-Jörg Große, 2015.

Mit den besten Wünschen

Christian, Ute, Lucia, Ruth, Karin, Anna Maria, Rahel und viele andere, die diesen Abschied ermöglicht habe.

VIELEN, VIELEN DANK!

Franz Kafka ~ Unglücklichsein

Franz Kafka ~ Unglücklichsein
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Als es schon unerträglich geworden war — einmal gegen Abend im November — und ich über den schmalen Teppich meines Zimmers wie in einer Rennbahn einherlief, durch den Anblick der beleuchteten Gasse erschreckt, wieder wendete, und in der Tiefe des Zimmers, im Grund des Spiegels doch wieder ein neues Ziel bekam, und aufschrie, um nur den Schrei zu hören, dem nichts antwortet und dem auch nichts die Kraft des Schreiens nimmt, der also aufsteigt, ohne Gegengewicht, und nicht aufhören kann, selbst wenn er verstummt, da öffnete sich aus der Wand heraus die Tür, so eilig, weil doch Eile nötig war und selbst die Wagenpferde unten auf dem Pflaster, wie wildgewordene Pferde in der Schlacht, die Gurgeln preisgegeben, sich erhoben. „Franz Kafka ~ Unglücklichsein“ weiterlesen

Franz kafka ~ Die Bäume

Franz Kafka ~ Die Bäume
Franz Kafka ~ Die Bäume | Gemälde: Caspar David Friedrich: Winterlandschaft | Handschrift von Franz Kafka | Postkarte: Christian Mantey (2009).
Franz Kafka ~ Die Bäume | Gemälde: Caspar David Friedrich: Winterlandschaft | Handschrift von Franz Kafka | Postkarte: Christian Mantey (2009).
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Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf und mit kleinem Anstoß sollte man sie wegschieben können. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar.

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Franz Kafka ~ Wunsch, Indianer zu werden

Wunsch, Indianer zu werden
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Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

Anm.: Walter Benjamin zu Franz KafkaEin Kinderbild„Franz Kafka ~ Wunsch, Indianer zu werden“ weiterlesen

Franz Kafka ~ Das Gassenfenster

Franz Kafka ~ Das Gassenfenster
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Wer verlassen lebt und sich doch hie und da irgendwo anschließen möchte, wer mit Rücksicht auf die Veränderungen der Tageszeit, der Witterung, der Berufsverhältnisse und dergleichen ohne weiteres irgend einen beliebigen Arm sehen will, an dem er sich halten könnte, — der wird es ohne ein Gassenfenster nicht lange treiben. Und steht es mit ihm so, daß er gar nichts sucht und nur als müder Mann, die Augen auf und ab zwischen Publikum und Himmel, an seine Fensterbrüstung tritt, und er will nicht und hat ein wenig den Kopf zurückgeneigt, so reißen ihn doch unten die Pferde mit in ihr Gefolge von Wagen und Lärm und damit endlich der menschlichen Eintracht zu. „Franz Kafka ~ Das Gassenfenster“ weiterlesen

Franz Kafka ~ Zum Nachdenken für Herrenreiter

Franz Kafka ~ Zum Nachdenken für Herrenreiter
Franz_Kafka ~ Zum Nachdenken für Herrenreiter ~ Zeichnung von Franz Kafka. Postkarte von Christian Mantey. Berlin 2009
Franz_Kafka ~ Zum Nachdenken für Herrenreiter ~ Zeichnung von Franz Kafka. Postkarte von Christian Mantey. Berlin 2009
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Nichts, wenn man es überlegt, kann dazu verlocken, in einem Wettrennen der erste sein zu wollen.

Der Ruhm, als der beste Reiter eines Landes anerkannt zu werden, freut im ersten Krawall des Orchesters zu stark, als daß sich am Morgen danach die Reue verhindern ließe.

Der Neid der Gegner, listiger, ziemlich einflußreicher Leute, muß uns in dem engen Spalier schmerzen, das wir nun durchreiten nach jener Ebene, die bald vor uns leer war bis auf einige überrundete Reiter, die klein gegen den Rand des Horizonts anritten.

Viele unserer Freunde eilen den Gewinn zu beheben und nur über die Schultern weg schreien sie von den entlegenen Schaltern ihr Hurra zu uns; die besten Freunde aber haben gar nicht auf unser Pferd gesetzt, da sie fürchteten, käme es zum Verluste, müßten sie uns böse sein, nun aber, da unser Pferd das erste war und sie nichts gewonnen haben, drehn sie sich um, wenn wir vorüberkommen, und schauen lieber die Tribünen entlang.

Die Konkurrenten rückwärts, fest im Sattel, suchen das Unglück zu überblicken, das sie getroffen hat, und das Unrecht, das ihnen irgendwie zugefügt wird; sie nehmen ein frisches Aussehen an, als müsse ein neues Rennen anfangen und ein ernsthaftes nach diesem Kinderspiel.

Vielen Damen scheint der Sieger lächerlich, weil er sich aufbläht und doch nicht weiß, was anzufangen mit dem ewigen Händeschütteln, Salutieren, sich Niederbeugen und in die Ferne grüßen, während die Besiegten den Mund geschlossen haben und die Hälse ihrer meist wiehernden Pferde leichthin klopfen.

Endlich fängt es gar aus dem trüb gewordenen Himmel zu regnen an.


Franz Kafka | Betrachtung

gelesen von Hans-Jörg Große, Musik von Johann Sebastian Bach, gespielt von Konstantin Popov. Berlin, September 2008. Eine Hörbuchproduktion von Hans-Jörg Große und Christian Mantey.

Quelle: Hans-Jörg Große