Die eigene Internetadresse

Du möchtest gerne eine eigene Internetadresse haben, die du oder andere von jedem Ort erreichen können (Internetverbindung vorausgesetzt). Du würdest gerne mit anderen Menschen Informationen teilen, etwas verkaufen oder einfach für dich und deine Familie Bilder und Filme aufbewahren. Vielleicht weißt du aber auch noch gar nicht so recht, warum du dir einen eigenen Domainnamen zulegen solltest. Facebook, Google+ und diverse Clouddienste erfüllen dir doch schon fast alle Wünsche und der Sinn einer eigenen Adresse, ist für dich noch nicht so richtig erkennbar.

Wir wollen dir auf den folgenden Seiten zeigen, wann eine eigene Adresse und eventuell auch ein bezahlter und gemieteter Speicherplatz sinnvoll ist und welche Vorteile dir für deine Ziele geboten werden.

Über meine Daten und Kommunikation selbst verfügen

Sicherlich, du hast eine eigene E-Mailadresse, einen Datenspeicher im Netz, dein eigenes Profil in einem sozialen Netzwerk und du bist mit deinen Adressen für andere einfach erreichbar. Aber reden wir von der selben Sache, wenn wir von dem EIGENEN sprechen. Normalerweise nutzen wir ein kostenloses E-Mailangebot eines Internetgiganten. Wer ein Smartphone hat, wird nicht umhin können, sich auch ein Googlekonto anzulegen. Unsere E-Mails, unsere Bilder, unsere Bücher und Musik werden uns von diesen Firmen über die hauseigenen Webplattformen bereitgestellt, verwaltet und werden auf den firmeneigenen Servern gespeichert. Nicht erst seit der NSA-Affäre  bekommen mehr und mehr Menschen ein mulmiges Gefühl, dass die Firmen, Länder und andere Organisationen auf unsere Kommunikation und unsere Daten zugreifen können und für ihre Zwecke auswerten oder sogar bestimmen, wer diese Daten (Musik, Bücher) hören und lesen darf.

Wir wissen, dass sich viele Nutzer mit diesem Thema irgendwie auseinandergesetzt haben und zu einer persönlichen Entscheidung gekommen sind. Oft hören wir folgende Argumentationen:

  • Ich habe mich hinreichend mit dem Thema Datenschutz, Privatsphäre und Datenkontrolle auseinandergesetzt und die Vor- und Nachteile gegenübergestellt. Für mich überwiegen die Vorteile und es ist für mich auch gerechtfertigt, dass die Firmen meine Daten kommerziell genutzt werde, da die Angebote sonst Geld kosten würden.
  • Ich habe doch nichts zu verbergen und tue auch nichts Verbotenes.
  • Der Aufwand, es anders zu machen, ist zu groß und es erfordert viel zu viele Kenntnisse.

Gegen das Argument, sich hinreichend informiert zu haben, kann niemand etwas sagen und ob Vor- und Nachteile überwiegen, hängt vom persönlichen Empfinden ab. An dieser Stelle zeigt sich aber auch das menschliche Talent und Unvermögen.  Wir können nämlich Argumente gewichten und hier zeigt sich, dass das sachliche Dafür- oder Dagegenhalten, vollkommen unwirksame Mittel sind, um Menschen von einer guten oder schlechten Sache zu überzeugen. Hier müssten wir die Psychologie und die Werbebranche fragen. Feststeht, dass der Mensch nicht gerade ein Vernunft geleitetes Wesen ist und seine Entscheidungen nicht gerade den Eindruck von Weitsicht und Vernunft machen. Natürlich, im kleinen Mikrokosmos mag das dann schon anders aussehen. Mit welchen Mitteln und Werkzeugen kann ich mich am besten von meinen Konkurrenten unterscheiden, wie erlange ich einen kleinen Vorsprung etc., um an die noch verbliebenen Fleischtöpfe zu gelangen. Hier sind die Menschen Meister und entwickeln die tollsten Dinge. Wir dürfen keine Zeit und kein Geld verlieren und verlieren dabei leider immer wieder das große Ganze aus den Augen. Es spielt hier keine Rolle, welches Thema wir da anpacken und welches Thema wir bearbeiten.

Wir sollten uns aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch der Journalismus immer schwerer hat, vorurteilsfrei zu berichten. Die Forderung nach investigativem Journalismus ist schon eine schöne Sache. Die Frage ist bloß, wie soll dieser Journalismus bezahlt werden. Hier haben sich die Verlage und der Journalismus schon selbst in eine Mühle begeben, die uns die Frage erlauben sollte: Kann es denn überhaupt noch einen urteilsfreien und umfassenden Journalismus geben, wenn der Journalismus von Werbeeinnahmen der Konzerne abhängt, die sie vielleicht sachlich kritisieren sollte?

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Besonders perfide wirkt Content bezogene Werbung dann, wenn das gerade kritische besprochene Thema, durch schöne Bilder wieder relativiert wird. Du kennst vielleicht auch aus dem Fernsehen Diskussionsrunden, die sich mit einem Thema kritisch auseinandersetzen und du im nächsten Moment mit Werbung für die diskutierten Produkte bombardiert wirst. Werbung und freier Journalismus passen nicht zusammen.

Eine andere Sichtweise bietet hier z.B. die genossenschaftlich organisierte TAZ-Zeitschrift:

Journalismus im Netz – Zahlen, was nichts kostet

Es ist klar, dass Inhalte, Wissen, Forschung, Musik und Filme finanziert werden müssen. Aber wie gewährleisten wir es, dass uns Wissen und Information auch zukünftig frei zur Verfügung stehen. Dass es auch ohne Werbung funktionieren kann, zeigt die Enzyklopädie Wikipedia.

In der Welt der unbegrenzten Vernetzung und Kommunikation geht es vor allem um folgende Themen:

  • Wem gehören die Kommunikationskanäle und wer beherrscht sie?
  • Was kann getan werden, um den freien Austausch von Informationen auch zukünftig zu gewährleisten.

Dass die großen Netzdienstleister schon längst begonnen haben, das Internet, aber auch andere Güter, unter sich aufzuteilen, ist eine Tatsache und kaum aufzuhalten. Dennoch besteht keine zwingende Notwendigkeit und es gibt durchaus Möglichkeiten, an der einen oder anderen Stelle etwas zu ändern und sie durch gute Alternativen zu ersetzen. Vorausgesetzt man hat die Motivation, den Willen und die Lust am Selbermachen, Forschen und Entdecken.

Eine erste wirksame Änderung, um diesem Treiben insgesamt entgegenzuwirken, findet sich in dem Wort Dezentralisierung. Dies bedeutet in der praktischen Umsetzung im Internet lediglich, dass wir unsere Daten und unsere Kommunikation nicht mehr über ein und den selben Dienstleister abwickeln lassen, sondern im Idealfall unsere Datenbestände auf eigenen Datenträgern (eigene Server) verwahren und unsere Kommunikation nicht über den Kanal eines Dienstleisters laufen lassen.

Eine weitere Maßnahme wird darin bestehen, dass wir unsere Daten und unsere Kommunikation vor fremdem Einfluss und fremden Augen schützen werden. Unsere elektronische Kommunikation besteht derzeit immer noch aus dem Versenden von Bleistift beschriebenen Postkarte, die auf ihrem Weg zum Empfänger gelesen und auch verändert werden können. Auch Daten wie Gespräche, Bilder und Filme, werden zu einem großen Teil immer noch unverschlüsselt und für jeden abhörbar durch das Netz geschickt.

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